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Ausgabe Dezember 1997
      


Inhalt:

  • Global City - Schöne neue Großstadtwelt
    Nach der deutschen "Vereinigung", spätestens aber seit der Hauptstadtentscheidung hat speziell in Berlin ein neues Selbstwertgefühl Einzug gehalten. Nun wähnt man sich bereits wieder im Kreise der großen europäischen Metropolen wie London, Paris oder Rom. Mit dem Begriff "Metropole" aber verknüpfen sich dann alsbald Begriffe wie "Visitenkarte Deutschlands" (Helmut Kohl). Entsprechend werden postwendend Ansprüche an die „innere Sicherheit“ gestellt, die bei fast allen Politikern in Forderungen repressiver Art münden. Der städtische soziale Wandel wird somit noch verstärkt und beschleunigt; plötzlich ist es möglich, ganze Gruppen auszuschließen.

  • Bettlererlaß - Neues aus der Schönbohm Trickkiste
    Mit dem jüngsten Vorstoß, das Bettelverbot wieder einzuführen, befindet sich der Berliner Innensenator, General a.D. Schönbohm, in "guter" Tradition. Erst 1974 wurde es - eingeschränkt und vorläufig - aufgehoben.

  • Katalysator für den Umstrukturierungsprozeß - Interview mit Judith Demba
    Die Olympiabewerbung ist zwar gescheitert, aber der Umstrukturierungsprozeß, als dessen Motor Olympia gedacht wurde, gewinnt an Dynamik. Die Koordinatorin der Anti-Olympia-Koordination versucht eine Einschätzung.

  • Unsoziale Stadterneuerung - wer von öffentlichen Fördermitteln profitiert
    Schaut man sich die Förderprogramme genauer an, wird schnell klar, warum das Land Berlin kein Geld hat. Denn gefördert werden nicht nur Spitzen-Baukosten, sondern v.a. auch Vermögenszuwächse von Hauseigentümern und Profite von Banken.

  • Freiheit stirbt mit Sicherheit - Private Sicherheitsdienste in Berlin
    Beim Thema Innere Sicherheit, wo erzeugte Ängste dominieren, werden immer neue "Gefahrenlagen" konstruiert. Die Konsequenzen sind enstprechend: die Kompetenzen von Polizei und Geheimdiensten werden ausgeweitet, der Apparat aufgerüstet, rechtliche Rahmenbedingungen optimiert. Parallel bommt der private Security Service.    

  • Metropoler Sicherheitswahn
    Am 8. September 1994 zogen zum Zeichen der endgültigen Souveränität Deutschlands die Alliierten aus Berlin aus und die Bundeswehr in Berlin ein. Am Brandenburger Tor, dem traditionellen Ort für solche Rituale (wo auch die Nazis 1933 schon die Machtübergabe mit einem Fackelzug feierten), ließ die Bundesregierung unter Aufbietung aller zur Verfügung stehenden bombastischen Symbolik und freudiger Erregung der provinziellen Westberliner Frontstadtneurotiker die Bundeswehr mit Fackeln aufmarschieren. Es wurde deutlich gemacht, daß für Deutschland die Nachkriegsepoche nunmehr vorbei sei. Und Berlin soll als alte, neue Hauptstadt dieses Deutschland des "wir sind wieder wer" repräsentieren.

  • Nachrichten

  • Vertreibung von DrogengebraucherInnen
    Zum einen werden Beratungs- und Hilfeanlaufpunkte, wie am Bahnhof Zoo, aus dem Blickfeld gedrängt, da der saubere Bahnhof dort keinen Anziehungspunkt für imageschädigende Junkies haben will, zum anderen wird es den Junkies erschwert, die Hilfsangebote wahrzunehmen, wenn sie wegen ständiger Polizeipräsenz fürchten müssen, bspw. indem Sie sich dem Beratungsbus nähern, als Junkies erkannt und vertrieben zu werden.
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