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8. Mai - Tag der Befreiung
   

Veranstaltungsreihe

3. April, 13 bis 17 Uhr
KZ Sachsenhausen
Das faschistische Lagersystem
Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 von Häftlingen errichtet. Die von einem SS-Architekten am Reißbrett als idealtypisches Konzentrationslager konzipierte Anlage sollte dem Weltbild des Nationalsozialismus architektonischen Ausdruck geben und die Häftlinge auch symbolisch der absoluten Macht der SS unterwerfen. Als Modell- und Schulungslager in unmittelbarer Nähe der Reichshauptstadt Berlin nahm das KZ Sachsenhausen eine Sonderstellung im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager ein. In Oranienburg befand sich außerdem seit 1938 die "Inspektion der Konzentrationslager", die Verwaltungszentrale der SS für sämtliche Konzentrationslager im deutschen Machtbereich. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. 
Neben der Beschäftigung mit diesen inhaltlichen Schwerpunkten wollen wir uns hier vor allem mit dem Umgang mit diesem KZ zu DDR-Zeiten und der Debatte um Gedenkstättenpolitik nach der Wende auseinandersetzen. 

8. April, 12 bis 18 Uhr
Haus der Wannseekonferenz
Planung und Organisation des Holocaust
Am historischen Ort der Wannseekonferenz, deren Protokoll das wichtigste Dokument für die Planung des Massenmords an den europäischen Jüdinnen und Juden darstellt, wurde erst 1990 eine Gedenkstätte eingerichtet. Am 20. Juni 1942 trafen sich hier unter dem Vorsitz von Reinhard Heydrich, dem Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS, hohe Vertreter der Ministerialbürokratie und der SS für knapp zwei Stunden, um über den Massenmord an den Jüdinnen und Juden Europas zu beraten. Die Reichskanzlei, das Innen-, das Außen- und das Justizministerium sowie eine Reihe anderer Ministerien und Ämter übernahmen hier bereitwillig die ihnen zugedachte Rolle. 
Der Holocaust wurde kaltblütig geplant und bürokratisch organisiert durchgeführt. Diese Form der industriellen Massenvernichtung macht den singulären Charakter des Nationalsozialismus aus. Neben der Auseinandersetzung mit diesen Aspekten wollen wir fragen, wie es dazu kam und welche Rolle Polizei und SS, öffentliche Verwaltung und Wehrmacht dabei spielten.

24. April, 12 bis 16 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Der antifaschistische Widerstand
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat ihren Sitz im Bendlerblock in Berlin-Mitte. Sie befindet sich am historischen Ort des Putschversuches der Gruppe um Stauffenberg vom 20. Juli 1944. 
Die seit 1989 bestehende ständige Ausstellung informiert in über 5.000 Bildern und Dokumenten exemplarisch über die vielfältigen Motive, Handlungen und Ziele von Einzelnen, Kreisen, Gruppen und Organisationen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Wir wollen uns hier im Rahmen einer Führung einen Überblick über die Gedenkstätte und die unterschiedlichen Spektren und Formen des Widerstandes in Deutschland verschaffen. Im Anschluss möchten wir die Umgestaltung und Konzeptionierung der Gedenkstätte sowie den geschichtspolitischen Umgang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Bundesrepublik diskutieren.

9. Mai, 19 bis 21 Uhr
Treptower Ehrenmal
Спасибо heißt Danke
Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park wurde von Juni 1946 bis Mai 1949 nach Entwürfen eines sowjetischen Künstlerkollektivs als eindrucksvoller Ehrenfriedhof errichtet. Hier sind insgesamt etwa 5.000 bei der Befreiung Berlins gefallene sowjetische SoldatInnen beigesetzt. Die Anlage wird vom Bronzestandbild eines Sowjetsoldaten gekrönt, der auf seinem Arm ein gerettetes deutsches Kind trägt, zu seinen Füßen liegt ein zerschmettertes Hakenkreuz.
Die Sowjetunion hatte unter allen Nationen die größten Verluste und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erlitten. Der 9. Mai wird in Russland als Tag des Sieges gefeiert. Das Treptower Ehrenmal ist als Ort, an dem die BefreierInnen einen Erinnerungsort eingerichtet haben, von besonderem Interesse. Dort werden wir uns mit den deutschen Kriegsverbrechen in der Sowjetunion und der Bedeutung der Roten Armee für die Befreiung vom Nationalsozialismus auseinandersetzen. 

22. Mai, 15 bis 19 Uhr
Zwangsarbeiterlager Schöneweide
Zwangsarbeit in Berlin
Erst 1993 wurde in Treptow-Schöneweide das letzte noch komplett erhaltene Zwangsarbeiterlager Berlins entdeckt. Zwischen Wohnbauten erstreckt sich ein Gelände aus dreizehn symmetrisch angelegten Steinbaracken, die von verschiedenen kleinen Werkstätten und Einrichtungen genutzt werden.
Gebaut wurde das Lager ab 1943 für über 2.000 Zwangsarbeitskräfte. In sechs Baracken des sogenannten „Italienerlagers“ lebten neben rund 500 Italienern auch andere ZwangsarbeiterInnen. In der anderen Hälfte des Lagers dienten zwei Baracken zeitweise als KZ-Außenlager für weibliche Häftlinge.
Trotz baulicher Änderungen ist der Charakter der seit Juli 2001 mit einer Gedenktafel markierten Anlage noch deutlich erkennbar. Als letztes von rund 3.000 Berliner ZwangsarbeiterInnen-Unterkünften steht das gesamte Gelände seit 1995 unter Denkmalschutz; dennoch sind die Baracken von Verfall und Abriss bedroht. Demnächst soll hier eine Bildungs-, Begegnungs- und Gedenkstätte entstehen.
Im Mittelpunkt unseres Besuches stehen die Lebensbedingungen der ZwangsarbeiterInnen, natürlich wird aber auch über die bis heute währende Debatte um die ZwangsarbeiterInnenentschädigungen in der Bundesrepublik gesprochen. 

4. Juni, 13 bis 17 Uhr
KZ Ravensbrück
Frauen als Opfer und als Täterinnen
In der Nähe der nordbrandenburgischen Stadt Fürstenberg ließ die SS u. a. durch Häftlinge des KZs Sachsenhausen ab November 1938 das Frauen-KZ Ravensbrück errichten. Es war das einzige große KZ auf deutschem Gebiet, das als sogenanntes Schutzhaftlager für Frauen bestimmt war. Zwischen 1939 und 1945 durchlitten schätzungsweise 110.000 weibliche Häftlinge – viele von ihnen mit Kindern und Neugeborenen – das KZ Ravensbrück und seine Außenlager. Hinzu kamen mindestens 20.000 männliche Häftlinge. Seit 1942 wurden im Lager medizinische Versuche an polnischen Häftlingen durchgeführt. Die Häftlinge wurden zur Arbeit u. a. in einem neben dem Lager von der Firma Siemens & Halske errichteten elektrotechnischen Betrieb gezwungen. 
In unmittelbarer Nähe des KZs befand sich das „Jugendschutzlager Uckermark“, in dem „asoziale“ Mädchen und junge Frauen festgehalten wurden.
Schwerpunkt des Besuchs wird neben dem Thema „Frauen im KZ“ die im Oktober eröffnete Ausstellung über KZ-Aufseherinnen sein.

   
   

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